Chris Tolksdorf, Geschäftsführer NwBiz GmbH, berichtet.

 

„STOYL“ – wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich glatt behaupten, dass mein 65-jähriger osteuropäischer Nachbar den gleichen Vornamen hat – zumindest hat es sich letztens so angehört, als meine Nachbarin mit leicht russischem Akzent ihren Gatten zum Essen gerufen hat:

„SCHTOIL, mach’ den Fernseher aus – Pelmeni sind fertig.“

Die hölzerne und gleichzeitig sehr direkte Aussprache seines Vornamens erinnerte mich an das 1. Gespräch Anfang März mit einem sehr engen Familienangehörigen, kurz Vater, der die gleiche brachiale Ausdrucksform wählte:

SCHTOIL? Was soll das denn heißen?“

Im 1. Moment musste ich tatsächlich etwas grinsen – ich glaube wir Deutschen sind tatsächlich eine eigene Spezies, wenn es darum geht, Dinge so zu verändern, bis der Gegenüber überhaupt keine andere Wahl mehr hat, als zu sagen, dass man sooo deutsch sei. 


Ihr sollt allerdings auch keinen falschen Eindruck von diesem Gespräch und erst Recht nicht von meinem Vater bekommen.
Mein Vater stand gewiss nicht in 3/4 Hose vor mir, die knapp über den Bauchnabel ragte, mit einer Bauchtasche festgeschnallt wurde, die eine wunderbare Ergänzung zu dem in die Hose gestecktem Hemd und den halboffenen Sandalen darstellte.

Nein, es war an diesem Sonntag, kurz vor Beginn des 1. Lockdowns, dann doch die légère Jogginghose, die mittlerweile wohl für den einen oder anderen der Innenbegriff von Kontinuität ist – morgens rein, abends raus -, und die schwarz-weiß gestreiften Adiletten.

Nach dem 1. Moment des Lachens, indem ich mehrfach den Namen so aussprach, wie er es getan hat, ich dann allerdings feststellte, dass er es nicht ganz nachvollziehen konnte, riss ich mich zusammen und entgegnete:

Es heißt „S-T-O-Y-L“ mit „S“ und „T“ – kein „SCH“. Einfach STOYL.

Die Bindestriche zwischen den einzelnen Buchstaben des Wortes sollen symbolisieren, dass ich bereits in diesem Gespräch sehr langsam und deutlich versucht habe, die richtige Aussprache zu kommunizieren. Mir war zu diesem Zeitpunkt bewusst, dass mir wohl oder übel bei diesem Namen noch der eine oder andere in naher Zukunft über den Weg laufen würde, der es ähnlich wie mein Vater aussprechen wird – obwohl mein Vater eigentlich zu den Personen zählt, die 1A englisch sprechen und verstehen können.
Sei’s drum habe ich mir gedacht, immerhin gibt es auch Menschen die einen riesigen Onlineriesen „Ämmasen“ oder eine aufkommende Sport-Streaming-Plattform „Dassn“ nennen.

„Was soll denn dieses STOYL bedeuten?“, hinterfragte mein Vater nach der Diskussion über die Aussprache des Namens.

„Save the ones you love – rette die, die Du liebst“, gab ich zurück.
„Wir werden eine Hilfsplattform für die Stadt und Region Hannover auf die Beine stellen, auf der unsere lokalen Lieblinge Produkte und Gutscheine anbieten können, um in dieser schwierigen Zeit Liquiditätsengpässe ein Stück weit verhindern zu können.“

Wenn ich von „Wir“ spreche, rede ich von meiner Social Media Agentur aus Hannover – die NwBiz GmbH.

Vor knapp 3 Jahren beschlossen mein bester Kumpel und ich uns im Bereich Onlinemarketing selbstständig zu machen, um im großen World Wide Web unsere Erfolge zu suchen und Hannover ein klein wenig „digitaler“ zu machen.
Nach 2 sehr erfolg- und lehrreichen Jahren mit Projekten im In- und Ausland, u.a. mit der TSV Hannover-Burgdorf, America Unlimited, Hannover 96 oder dem Norddeutschen Knochenmark- und Stammzellspender Register und der Änderung der Gesellschaftsform von der Heimberg und Tolksdorf GbR in die NwBiz GmbH, entschied sich mein Geschäftspartner, einen anderen beruflichen Karriereweg einzuschlagen. 

Von nun an leitete ich, Chris Tolksdorf, sämtliche Geschäfte der Agentur.
Mittlerweile besteht das kleine Team aus 3 Personen und 4 weiteren externen Experten, die je nach Anlass und Bedarf ins Alltagsgeschäft einbezogen werden können.
Für viele unserer Partner in Hannover sind wir im Bereich Social Media Fullservice-Anbieter – Content-Strategien, Redaktionsplanung, Kampagnenmanagement – wir übernehmen alles was in den Sozialen Netzwerken an Arbeit anfällt.


STOYL – eine Plattform aus der Not in der Not.


Anfang März, um den Exkurs zu den Ursprüngen der STOYL-Plattform abschließen zu können, machte sich dann auch bei uns erstmalig die Corona-Pandemie bemerkbar – obwohl wir a) noch keinen Lockdown und b) als digitales Unternehmen keine Auswirkungen befürchtet hatten.

Und wie es nunmal so ist, erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt.
Blödes Sprichwort und vermutlich müsste ich jetzt auch 2 Euro in das imaginäre Phrasenschwein werfen, allerdings war es tatsächlich in dem Moment so. 

Die Anfragen über die Reduzierung unserer Leistungen häuften sich, Zieltermine der nächsten Rechnungen sollten nach hinten gelegt werden und generell, gäbe es denn nicht die Möglichkeit, das Paket einzufrieren?

Alles vermutlich machbar, wenn man kein ernsthaftes Interesse hat, sein Business langfristig auf gesunde Beine zu stellen.

Kurz vor dem 1. Lockdown erinnerte ich mich an eine Situation zurück, in der mich ein Gastronom im Monat Februar darauf aufmerksam gemacht hat, dass man jetzt auch Gutscheine über Facebook anfragen und via PayPal direkt bezahlen könne.

„Wie wäre es, wenn ich nicht einfach einen Onlineshop hochziehe und meinen Kooperationspartner die Möglichkeit gebe, Produkte und Gutscheine auf einer zentralen Plattform anzubieten?“

Gesagt – getan. Noch über Nacht entwickelten wir fix einen Onlineshop und konnten über 6 Wochen eine zentrale Plattform für 75 hannoversche Unternehmen darstellen.
Mit der Unterstützung unserer Premium-Partner TSV Hannover-Burgdorf, EDEKA Wucherpfennig und Warsteiner, die beim Erreichen der Warenbkorbwerte 50€ und 75€ KOSTENFREI zusätzliche Gutscheine an den Käufer verschenkten, erreichten wir bis Anfang Mai einen Gesamterlös von über 50.000,00 Euro.
Um unsere laufenden Kosten decken zu können, haben wir einen kleinen prozentualen Anteil pro Verkauf einbehalten. 

 

Ende des 1. Lockdown – Das Ende von STOYL?

Mit dem Ende des 1. Lockdowns und der Hoffnung auf Besserung in den kommenden Wochen hatten wir uns vorübergehend dazu entschieden, STOYL in der aktuellen Version nicht weiterführen zu wollen und vielmehr an einem Konzept zu arbeiten, dass die lokalen Anbieter nachhaltig unterstützt.

Aus STOYL – SAVE THE ONES YOU LOVE – soll STOYL – SUPPORT THE ONES YOU LOVE werden.

Lies nächste Woche, warum wir trotz fertigem Konzept, alles über den Haufen geworfen und uns an die App-Entwicklung getraut haben.

Dein STOYL-Team

BE LOCAL – STAY LOCAL.

 

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